The novel Góði elskhuginn (2009), translated to German by Coletta Bürling.
About the book:
Nach siebzehn Jahren kehrt ein Mann zum Haus seiner ersten Liebe nach Island zurach siebzehn Jahren kehrt ein Mann zum Haus seiner ersten Liebe nach Island zurück und legt vor die Tür eine Rose, damit sie sie am Morgen erfroren finden wird. Der mann sucht die Liebe, doch er trifft immer nur neue Frauen …
From the book:
Warum hast du mir nicht gesagt, dass sie schwarz ist?
Ich habe nie behauptet, dass sie weiß wäre.
Du versuchst nur, dich herauszureden, du differenzierst. Und dann lachten sie, aber Una war trotzdem enttäuscht, als hätte Karl ihr etwas Wichtiges verschwiegen, nämlich nichts Geringeres als die Hautfarbe der rechten Hand, die sich nach dem ersten höflichen Gespräch mit der neuen Frau des Hauses in ihr Büro zurückgezogen hatte.
Karl hatte sich eine Galgenfrist erkauft, indem er Lotta einen halben Monat lang in Urlaub geschickt hatte, einen Tag bevor er und Una in Amerika eintrafen. Wozu, fragte er sich, es änderte ja doch nichts an der Lage, in die er sich hineinmanövriert hatte, indem er die Sache vor sich herschob, anstatt sie wie ein Mann in Angriff zu nehmen und unverzüglich dafür zu sorgen, dass das Büro aus dem Haus verbannt wurde. Und mit etwas Einfallsreichtum in irgendein Gespräch eine Hauptsache wie die Hautfarbe einfließén zu lassen, obwohl sie für ihn eine Nebensache war.
Jetzt versuchte er, sein Vergehen wiedergutzumachen, indem er die Karten auf den Tisch legte. Er ließ sich zwölf Minuten lang mit all den ausgefeilten rhetorischen Finessen, die er sich im Debattierclub des alten Gymnasiums angeeignet hatte, über Lotta und seine Verbindung zu ihr aus. Dabei erwähnte er unter anderem, dass ihre Eltern Menschenrechtler gewesen waren; dass Lotta prophezeit hatte, der nächste amerikanische Präsident würde ein Schwarzer sein, dass sie angeblich sogar wusste, wer, auch wenn der Mann noch nicht sehr bekannt war.
Sie liest vielleicht auch der Kaffeetasse?
Unterschätz Lotta nicht.
Das tu ich nicht. Sie ist nämlich in dich verliebt.
Wie sollte es auch anders sein, unwiderstehlich, wie ich bin.
Versuch nicht, das ins Lächerliche zu ziehen. Sie ist in dich verliebt.
Sie kann sein, was sie will, das ist nicht meine Schuld. Und ich werde hier in der Nähe Büroräume anmieten.
Mit anderen Worten, das Problem in die nächste Straße verlagern.
Besser, als es hier im Haus zu haben.
Jetzt wollte Una wissen, ob Karl die Grundregel befolgt hatte, Arbeit und Privatleben zu trennen, oder ob er mit Lotta geschlafen hatte. Als Karl Letzteres verneinte, reichte ihr das aber nicht: Ob er nicht Lust dazu gehabt hätte.
Für war hälst du mich eigentlich? Natürlich hatte ich Lust dazu.
Na klar, sie ist eine attraktive Frau, sagte Una eifersüchtig.
Das ist doch Nebensache Die Hauptsache ist, dass ich nicht in sie verliebt bin, und das war ich nie. Diesbezüglich bin ich anderweitig festgelegt, wie du weißt.
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